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Samstag, 11 Januar 2014 16:42

Globale Herausforderungen und Verantwortung

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Wir leben in der Welt der sich beschleunigenden Veränderungen und zunehmenden Unbestimmtheit. Der Zuwachs der Weltbevölkerung ist der zentrale Faktor der Globalisierung. Die unumstößliche Tatsache besteht darin, dass wir in der Welt existieren, die sich durch gegenseitige Abhängigkeit charakterisiert. Viele Probleme sind direkt mit den demographischen Tendenzen in der Welt, sei es die Verschlechterung des Zustandes der Umwelt, Lebensmittelsicherheit oder Veränderungen des Klimas, verbunden.

Die gegenseitige Abhängigkeit, ihre sowohl positive als auch negative Seiten sind das was, kein Land bzw. keine Nation vermeiden kann. Das ist auch das, was bestimmt, ob wir gemeinsame Zukunft haben oder nicht. Im besten Falle haben wir möglicherweise nur einige Jahrzehnte für die stabile ökologische, soziale und ökonomische Entwicklung.

Obwohl wir ohne Zweifel gemeinsame Zukunft haben, verstehen wir nicht immer diese Tatsache und sehen die Zukunft nicht auf die gleiche Weise. Im Laufe der letzten Jahrhunderte betraten manche Länder, meistens in Europa und überhaupt im Westen den Weg der globalen Entwicklung. Sei es die Ausarbeitung der internationalen Verträge oder die Schaffung des gemeinsamen Finanzraumes. Obwohl wir im Westen gewöhnt sind, unsere führende Stellung in der Welt als Gegebenheit oder mindestens als die natürliche Sachlage empfi nden, ist dem nicht so.

Die bedeutsame Veränderung geschah möglicherweise erst vor einigen Jahren, als „G-20“ die „G-7“ oder „G-8“ ersetzte und zum besseren Forum für die globale Verwaltung wurde.

Die weitere wichtige Tendenz besteht darin, dass eine neue Gruppe von Ländern erschien, die auf verschiedene Weise bezeichnet werde, wie zum Beispieldie sich entwickelnde Großmächte, die CIVETS-Länder (Kolumbien, Indonesien, Vietnam, Ägypten, Türkei und Südafrika. Die nichtformelle Vereinigung der Länder mit der sich entwickelnden Wirtschaft und der jungen, zunehmenden Bevölkerung). „Die Gruppe elf“ (Mexiko, Nigeria, Ägypten, Türkei, Iran, Pakistan, Bangladesch, Indonesien, Vietnam, Südkorea, Philippinin. Als Länder mit der hohen Potenz für die Verwandlung deren nationalen Wirtschaften zu den größten Lokomotiven des internationalen Systems des XXI-Jahrhunderts gelten neben den BRICS-Ländern auch fünf sich schnell entwickelnden Länder: Brasilien, Russland, Indien, China, South Afrika). Eine Gruppe von Ländern, dessen ökonomische Wachstum in vielem das zukünftige Wachstum der Weltwirtschaft und im Einzelnen der Fondsmärkte) bestimmen wird.. Da ich keine Bezeichnung vollständig akzeptieren kann, nenne ich sie deshalb “The E countries“ (Terminus des Verfassers) und lasse jedem Hörer die Möglichkeit, die eigene Liste der Länder zusammenzustellen, die nach seiner Meinung zu diese Kategorie gehören.

Die Westmächte, die im Großen und Ganzen die Weltordnung mit ihren Normen und Institutionen schufen, bestimmen nicht mehr die Globalisierung Diese Tendenz ist jetzt zentral in der Analyse der globalen Veränderungen, die in der vor kurzem angenommenen Konzeption der Außenpolitik Russlands enthalten sind. Die Analyse ist in vielem richtig.

Ich bin auch damit einverstanden, dass in der globalen Konstellation der Kräfte die Verschiebung in die Seite der Entwicklungsländer bemerkbar ist. In praktischer Hinsicht kann man über die Zukunft der internationalen Beziehungen nur sagen, dass sie unbestimmt ist.

Ich kann mit der in der Konzeption vertretenen Meinung einverstanden sein, dass „unter den Bedingungen der globalen Turbulenz und der zunehmenden gegenseitigen Abhängigkeit der Staaten und Völker die Versuche, einzelne Inseln der Ruhe und Sicherheit aufzubauen, keine Perspektive haben“. Ich bin auch damit einverstanden, dass „in der gegenwärtigen Etappe die traditionellen militärpolitischen Bündnisse den Widerstand dem gesamten Spektrum der modernen Herausforderungen und Bedrohungen nicht sichern können, da sie nach ihrem Charakter grenzübergreifend sind“. Ich würde sogar sagen, dass für die Lösung der globalen Probleme heutzutage etwas absolut unterschiedliches als Militärbündnisse notwendig ist.

Ich teile auch die Position, dass kein Land seine Sicherheit festigen und ihren Wohlstand erhöhen kann, wenn sie von den anderen isoliert ist. Es trifft jedoch zu, dass wir kaum die eigene Sicherheit verbessern können, wenn wir einen Staat isolieren.

Die Ereignisse, die in der letzten Zeit im Nahen Osten und Nordafrika vor sich gegangen sind und die Geschehnisse in Nordkorea bewiesen, dass die Krise wenn nicht verhindert, so doch sehr schwierig vorzubeugen ist. Heiße Punkte, in denen die Unruhen entfachen, Gewalt ausgeübt wird, die Menschen leiden, beeinfl ussen die Situation außerhalb der Grenzen, auf dem regionalen und sogar internationalen Niveau.

Man muss noch Vieles leisten, um die Sicherheit zu festigen, dafür braucht man jedoch die komplexen Herangehensweisen. Ich wiederhole: Unsere Einstellung zu den grenzübergreifenden Drohungen gleicht den Vorstellungen, die in der Konzeption der Außenpolitik Russlands vertreten sind. Auf der Tagesordnung steht das Risiko der Verbreitung der Massenvernichtungswaffen, der internationale Terrorismus, unkontrollierter Waffenhandel (obwohl wir einen großen Schritt nach vorwärts machten, indem wir den Vertrag über den geregelten Waffenhandel unterschrieben), illegale Migration, Seepiraterie, Drogentrafi k, Korruption, Mangel an notwendigen Ressourcen, Armut, Veränderung des Klimas sowie elektronische Sicherheit und Lebensmittelsicherheit. Das ist die Liste, die uns die allgemeine Sicht der Bedrohungen demonstriert. Das ist ein guter Ausgangspunkt.

Zwecks der Verlängerung der dauerhaften und allgemeinen Geborgenheit und was noch wichtiger ist zwecks der Beseitigung der grundlegenden Ursachen, die die Sicherheit bedrohen, muss man gemeinsam handeln. Auf dem globalen Niveau bedeutet das die Einschränkung der Ungleichheit und Armut sowie den Kampf gegen die Veränderung des Klimas und der Zerstörung der Umwelt. Wir brauchen auch bedeutende Anstrengungen für die Verbesserung der Situation in den instabilen Ländern und Gesellschaften. Dafür ist die Arbeit mindestens in zwei Richtungen erforderlich.

Wir sollen, erstens, die Grundlagen der instabilen Gesellschaften festigen. Demokratie und Entwicklung schreiten einher. Es ist überaus wichtig, wirtschaftliche, politische, kulturelle und soziale Ungleichheit einzuschränken und daraufhin zu liquidieren, sowie zur Annäherung der ethnischen, kulturellen und religiösen Unterschiede beitragen. Die Gleichheit der Bürger ist die unumstößliche Bedingung für die Funktion der Demokratie. Obergewalt des Gesetzes, Menschenrechte und Demokratie sind nicht nur die notwendigen Elemente, sondern auch das Charakteristikum einer jeden stabilen und sicheren Gesellschaft. Die wahre Demokratie erfordert ökonomische Reformen in Verbindung mit der gerechten Verteilung der Ergebnisse des Wachstums und der wirtschaftlichen Entwicklung.

Man kann kaum die Meinung akzeptieren, dass die Einhaltung der Menschenrechte und Prinzipien der Demokratie sich in den sicheren Händen befand, als die Westmächte die Arbeit an der internationalen Tagesordnung übernahmen. Die Verschiebung der ökonomischen und politischen Macht in die Seite der Entwicklungsstaaten erlaubte es, diesen Staaten die größere Rolle im Prozess der Verteidigung der Menschenrechte und Demokratie zu spielen.

Für die Beseitigung vieler Ursachen der Armut muss man, zweitens, die notwendigen Schritte in verschieden Richtungen der globalen Verwaltung und besonders der globalen ökonomischen Verwaltung zu unternehmen. Die Reform des Weltfi nanzsystems ist eine der notwendigen Maßnahmen. Wir sollen die Volatilität und potentielle Risikos verringern. Es liegt auf der Hand, dass sich die „E- Länder“ an dieser Arbeit aktiv beteiligen.

Die „E-Länder“ sind nach wie vor mit dem doppelten Problem konfrontiert. Globale Herausforderungen verlangen, dass sie ihren Anteil an Verantwortung zur Sache der Festigung der globalen Sicherheit beitragen. Einerseits ist die Beteiligung der „E-Länder unersetzlich für die Festigung der globalen Sicherheit im vielseitigen Kontext, so wie der unersetzliche Teilnehmer die starke UNO ist. Andererseits sind diese Länder notwendig als potentielle Partner und Helfer in den bilateralen Beziehungen mit den Entwicklungsländern. Wir sehen jedoch, dass die Anstrengungen, die auf den Beistand der ökonomischen Entwicklung gerichtet sind, fehlschlagen, wenn sie gleichzeitig nicht mit dem Streben zum Fortschritt auf dem Gebiet der Menschenrechte, Demokratie und Obergewalt des Gesetzes erfolgen.

In der Zeit, da wir die „E-Länder“ aufrufen, größere Verantwortung auf dem Gebiet der Festigung der Sicherheit und des Beistandes der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu übernehmen, dürfen wir nicht vergessen, dass diese Staaten den Problemen der eigenen ökonomischen und sozialen Spaltung gegenüberstehen.

Indem wir das Verwaltungssystem formieren, das imstande ist, sich unter den Bedingungen der Unbestimmtheit zu behaupten, sind wir mit den Bedrohungen der Sicherheit konfrontiert. Wir sind gewiss sowohl an der starken UNO, als auch den funktionstüchtigen regionalen Organisationen interessiert, die der sich formierenden Weltordnung entsprechen.

Die Allianzen der gleichgesinnten Länder können sich nach ihrer Zusammensetzung unterscheiden, ständige Bündnisse sind selten, wenn sie überhaupt möglich sind. Wir bewegen uns in der Tat zur Epoche der internationalen Netzdiplomatie und des Systems im Ganzen. Auf die Frage der überaus effi zienten Wege für die Lösung der globalen Probleme muss man das Potential und den Enthusiasmus der bürgerlichen Gesellschaft anerkennen und akzeptieren. Wir können und müssen die Transparenz der Subjekte der bürgerlichenr Gesellschaft verlangen, aber die negative Einstellung zu deren Motivation wird oft fehl am Platze und konterproduktiv. Die meisten Subjekte der bürgerlichen Gesellschaft kamen zu demselben Schluss wie die Regierungen, was verändert werden muss. Ihre Ziele, die wir mitunter teilen, können nur beim regulären Monitoring, der Schaffung der Netze und den globalen Handlungen erreicht werden.

Als Profi s der internationalen Angelegenheiten verstehen wir alle die Notwendigkeit der globalen Handlungen und die Anerkennung der Subjekte der bürgerlichen Gesellschaft als wichtige Partner bei der Lösung der Weltprobleme. Die Rolle solcher Gemeinschaften in der Diplomatie ist anerkannt und wichtig. Ich würde sogar sagen, dass die gekonnte Einbeziehungen der bürgerlichen Gesellschaft in die Zusammenarbeit der bestimmende Faktor für die Zukunft der Diplomatie sein wird.. Das bezieht sich nicht nur auf die nichtstaatliche Organisationen, die wir unterstützen und die unsere Ansichten teilen, sondern, was noch wichtiger ist, sind wir bestrebt auch mit jenen zusammenzuarbeiten, die andere Meinungen als wir vertreten.

Ich nehme an, dass unsere Meinungen über die im Entstehen begriffenen internationalen Landschaft und den Methoden der Überwindung der Vorbeugung der globalen Gefahren zusammenfallen. Der Grundpunkt der Abweichung unserer Ansichtspunkte ist gewiss die Verantwortung für die Erhaltung und die Wege der Verbesserung der Situation um die Demokratie und der Menschenrechte.

Die übriggebliebene Zeit möchte ich benutzen, um unsere Positionen zu dieser Frage aus zwei Gründen zu erklären. Diese Fragen haben, erstens, die enorme Bedeutung für die globale Sicherheit, zum anderen sind unsere Unterschiede in unseren Meinungen nicht so groß, wie allgemein angenommen wird.

Ich glaube nicht, dass jemand die führende Rolle des Staates bei der Verteidigung seiner Bürger und deren Rechte sowie den prioritären Charakter der Ausschöpfung aller möglichen friedlichen Mittel vor der Benutzung der Sanktionen oder der militärischen Gewalt oder vor der Einmischung der besorgten internationalen Gemeinschaft negieren wird.

Die Frage nach der Souveränität sieht man oft als die Trennlinie zwischen dem Westen und den „E-Ländern“, hier besteht jedoch die Tendenz zur Vereinfachung. Der Standpunkt der USA zur Frage der Souveränität ist zum Beispiel einigen „E-Länder“ näher im Unterschiede von den EU-Ländern, wo der der Delegierung der Souveränität in der gegenseitig abhängigen Welt anerkannt wird.

„Die E-Länder“ sind beunruhigt durch die Politik des Westens bezüglich der Beeinfl ussung der Situation mit den Menschenrechten und der Demokratie, weil sie diese Politik von ihnen als die Verletzung der staatlichen Souveränität betrachtet wird. Mir scheint jedoch, dass es die prinzipielle Übereinstimmung in der Frage über die Notwendigkeit der Verteidigung und Förderung der Menschenrechte und der Demokratie ist. Wir dürfen nicht an die Lösung der Fragen herangehen, gestützt auf die falschen Vorstellungen davon, dass die Entwicklungsländer irgendwie den demokratischen Regimes und den Menschenrechten die Herausforderung darstellen.

Uns fehlt die Übereinstimmung in den Mitteln und Methoden der Erreichung dieser universellen Ziele und Verpfl ichtungen. Die Fragen der Obergewalt der Souveränität und der Prinzipien der Nichteinmischung sowie der Anwendung der Strafmaßnahemen oder der Gewalt für die Verteidigung dieser Werte sind äußerst delikat.

Das Problem besteht nicht darin, dass die vom Westen propagierten Werte falsch bzw. irgendwie verdächtigt sind. Ich habe im Gegenteil keine Schwierigkeiten bei deren Defi nition und nehme an, dass unsere Werte auf dem Gebiet der Menschenrechte und der Demokratie einen universellen Charakter tragen. Aus diesem Grunde fühle ich mich nicht wohl, wenn wir sie als „westlich“ oder „europäisch“ bezeichnen. Ich möchte mit Genugtuung feststellen, dass Russland sich für das Land hält, das die universellen demokratischen Werte, inklusive der Menschenrechte und -freiheiten teilt.

Es ist offensichtlich, dass die Entwicklung der Demokratie und der Menschenrechte in verschiedenen Richtungen mit dem Einsatz der multilateralen und bilateralen Diplomatie sowie durch die Entwicklung der Programme, die die Grundlagen der Demokratie, darunter die Erweiterung der Rechte der Frauen, Invaliden und sexuellen Minderheiten fortgesetzt wird.

Ein eindrucksvolles Beispiel des Zusammenstoßes zwischen dergegenseitigen Abhängigkeit und den Prinzipien der Nichteinmischung, das die Veränderungen der Konstellation der Kräfte widerspiegelt, ist die Konzeption „Die Verpfl ichtung der Verteidigung“ (R2P) (englisch: the responsibility to protect“ (RtoP or R2P), eine 2005 veröffentlichte UN-Initiative. Sie besteht aus einigen Grundsätzen, vereinigt durch die Idee, dass die Souveränität kein Privileg, sondern die Verpfl ichtung ist. Gemäß dieser Konzeption verleiht die Souveränität den Staaten nicht Nur die Möglichkeit, ihre inneren Angelegenheiten zu kontrollieren, sondern auch die Verantwortung für die Verteidigung der Menschen, die innerhalb der Grenzen dieser Staaten leben. In den Fällen, wenn der Saat nicht imstande ist, die Menschen zu beschützen, — sei es in Ermangelung der Kräfte oder des Willens, übernimmt die internationale Gemeinschaft die Verantwortung).

Die praktische Verwirklichung von R2P im libyschen Konfl ikt bleibt diplomatische und politische Frage, die nichts Gutes für die Benutzung dieser Konzeption in der Zukunft bietet.

Die Geschehnisse in Libyen kann man für extrem halten, da sie nicht nur das Mandat des UN-Sicherheitsrates für die Anwendung der militärischen Kraft zwecks der Verteidigung der bürgerlichen Personen aktivierte, sondern den Regimewechsel zur Folge hatte, was man als umstrittenen Vorfall betrachten kann.

As der Situation in Libyen können die Seiten die Lehren ziehen, wie man die Resolutionen des Sicherheitsrates planen, interpretieren und erfüllen muss.

Wirklich lebenswichtig ist, dass die Ereignisse in Libyen keinesfalls zur Abschwächung der Autorität und der Möglichkeiten des UN-Sicherheitsrates als Hauptwerkzeug für die Regelung der Internationalen Welt und Sicherheit. Die Reform des Rates soll auf der Tagesordnung sowohl der Westmächte als auch der „E-Länder“ bleiben. Obwohl der Vorschlag Brasiliens über die „Verantwortung während der Verteidigung“ (RWP) mit Widerstand empfangen wurde, erhob es die Frage über die Notwendigkeit der Überprüfung von R2P. Man kann die Tatsache nur begrüßen, dass die „E-Länder“ ziehen es vor, an der globalen Verwaltung mit solchen feinen Mitteln wie Vermittlung, vorsichtige Diplomatie und konstruktives Zusammenwirken teilzunehmen.

Die „E-Länder“ unterstützen auch die Tätigkeit auf dem Gebiete der Demokratie und Förderung der Menschenrechte auf dem regionalen Niveau. Diese Herangehensweise ist für die Lösung der Konfl ikte vorzuziehen. So etwas muss man fördern und als Möglichkeit des engeren Dialogs verwenden.

Wir brauchen einen offenen und konstruktiven Dialog, um die bestehenden Meinungsunterschiede in den Ansichten über die Bedeutung der Souveränität, Selbstbestimmung, Einmischung und der Strafmaßnahmen zu vermeiden.

Wir teilen die allgemeine Meinung über die Bedrohung der Sicherheit und viele andere allgemeine globale Probleme. Wir verstehen auch, dass man die Zahl der instabilen Staaten beschränken, die Armut reduzieren, die Demokratie entwickeln und nach der Entwicklung der Demokratie und Obergewalt des Gesetzes streben muss, um die Zahl der Bedrohungen der Sicherheit zu reduzieren. Wir begreifen auch, dass es notwendig ist, die Verantwortung zu teilen. Die Übereinstimmung der Ziele ist ein guter Ausgangspunkt für die gemeinsame Suche nach den Mitteln.

Armen Oganessjan, Chefredakteur der Zeitschrift „Internationales Leben“: Ich möchte über die wachsende russischsprechende Diaspora in Finnland fragen. Wie verhalten Sie sich zu dieser Tendenz?

Erkki Tuomioja: Das ist gewiss eine positive Tendenz. Wir freuen uns über die nun 60 000 Mitglieder zählende russischsprechenden Gemeinde. Wir begrüßen diesen Faktor, der es uns ermöglicht, den kulturellen Austausch zu unterhalten und unser Wirtschaftspotential zu entwickeln. Das ist eine wichtige Erscheinung, ein Teil der allgemeinen Globalisierungsprozesse.

Mir ist bekannt, dass fi nnische Bürger in verschiedene Länder auf der ständigen Grundlage oder zeitweilig emigrieren. Wir müsse alle die Wege der friedlichen Existenz fi nden, nach den Mitteln der Lösung dieser Probleme suchen, die in diesem Zusammenhang entstehen. Wir begrüßen jedoch diese Erscheinungen, da die russischsprechende Gemeinde die größte ist, die kein Finnisch spricht.

Es gibt auch einzelne Probleme, weil die Zahl der gemischten Ehen zwischen den Bürgern Russlands und Finnlands zunimmt. Die Ehen dauern verständlicherweise nicht immer ewig. Da entstehen schon andere Probleme. Diese Fragen beschränken sich jedoch nicht mit den Ehen zwischen Russen und Finnen. Solche mit der Globalisierung verbundenen Fragen entstehen auch in den anderen Ländern. Finnische Gemeinde in Russland ist nicht so enorm groß und wir begrüßen die Immigration aus Russland, die neue Möglichkeiten auf dem Gebiete der Wirtschaft und Kultur schafft.

Lew Klepazkij, Professor der Diplomatischen Akademie des Außenministeriums Russland: Finnland wird traditionsgemäß in Russland für ein neutrales Land gehalten. Inwieweit ist die Idee des militärischen Nichtanschlusses in Finnland populär?

Erkki Tuomioja: Zum Unterschiede von den meisten Ländern der Welt hält sich Finnland nicht für ein neutrales Land. Die Neutralität gehört eher zu den Zeiten des Kalten Krieges. Finnland gehört keinem militärischen Bündnis an, ist ein Teil des Regimes der Nichtpaktgebundenheit und nicht gewillt, diesen Status zu verändern, wie das Regierungsprogramm bestätigt sowie durch den Bericht über die Politik auf dem Gebiet und Verteidigung bekräftigt, der im September dem Parlament vorgelegt wurde. Nach meiner Meinung besteht ein bestimmter Konsensus in Finnland, dass dieser Status nicht verändert wird.

Jelena Ananjewa, die wissenschaftliche führende Assistentin des Europa- Institutes der AdW RF: Vor kurzem entstand in den internationalen Beziehungen solche Erscheinung wie die „Netzdiplomatie“. Herr Minister, welche Probleme in der Welt und Europa mit diesem internationalen Werkzeug gelöst werden können?

Erkki Tuomioja: Was die „Netzdiplomatie“ betrifft, möchte ich als Beispiel die Verhandlungen und den Abschluss des Abkommens über den Waffenhandel in de USA. Einige Verfasser initiierten diesen Prozess vor sieben Jahren im Rahmen der UNO — Großbritannien, Finnland, Australien, Kenia, Argentinien und Costa-Rica.

Russland und Finnland konnten ihrerseits an der „Netzdiplomatie“ in der Zukunft teilnehmen. Wir besprachen im Einzelnen im Laufe der Verhandlungen mit Sergej Lawrow diese Frage. Wir könnten möglicherweise an den Fragen der Lage der Frauen zusammenarbeiten. Diese wichtigen Fragen werden in den Tagesordnungen der nördlichen Länder im Rahmen der „Netzzusammenarbeit“ mit anderen interessierten Staaten vorgesehen.

Was die EU betrifft, versuchen wir der Erscheinung der neuen Trennlinien zu verhindern. Es gibt schon ihrer mehr als genug. Die Krise in der Eurozone entblößte auch die Rolle, die EURO in diesen Ländern spielt, entblößte die Verantwortung jener Länder, die noch kein Teil der Europa sind. Trotzdem ist EURO das gemeinsame Projekt. Es wird erwartet, dass die Länder außerhalb der Eurozone im weiteren, nicht gleich, nach dem Maße der Regelung der Krise durch uns und die Ausarbeitung für die Verhinderung solcher Krisen in der Zukunft, an die Eurozone anschließen. Dafür braucht man viel Zeit. Nach meiner Meinung wirkt das Prinzip der erweiterten Zusammenarbeit zwischen den kleinen Ländergruppen in der Europäischen Union. Trotzdem betrachtet es Finnland als die außerordentliche Maßnahme in seiner Arbeit. Wir arbeiten zum Beispiel an der gemeinsamen Politik auf dem Gebiete der Verteidigung, vor allem handelt es sich um die Vorbeugung der Krise. Finnland möchte, dass alle 27 Länder gemeinsam ohne Trennlinien arbeiten.

Alexander Konjkow, Mitarbeiter des Analytischen Zentrums bei der Regierung RF: Die ausreichend große Anzahl der russischen Bürger besuchen Finnland. Wie verhalten Sie sich zum visafreien Verkehr zwischen Russland und EU?

Erkki Tuomioja: Wir unternehmen unterschiedliche Schritte, die uns dem visafreien Verkehr näherbringen. Ich glaube nicht, dass es in der absehbaren Zukunft geschieht. Wir brauchen ein paar Jahre dafür.

12 Millionen Menschen überquerten im vorigen Jahr die russisch-fi nnische Grenze, 1,3 Millionen wurde den Russen ausgegeben. 80 Prozent davon sind die Dauervisen. Obwohl das Visaregime noch besteht, verhindert es nicht den Besuch Finnlands für die Russen. Der Zustrom der Touristen nimmt mit jedem Jahr zu. Ich möchte darauf hinweisen, was ich konsequent bei der Behandlung der Wechselbeziehungen Russland — EU ständig betone, wie heute mit Sergej Lawrow. Ich möchte, dass der Studentenaustausch zwischen Russland und EU wächst. Es handelt sich darum, dass die Studenten aus China und nicht aus Russland überwiegen. Es wäre besser, wenn die Zahl der russischen Studenten und der fi nnischen in Russland zunimmt. Das könnte man nach dem Masse unseres Überganges zum visafreien Regime erreichen, aber dieses Regime ist kein Hindernis für die Zunahme menschlicher Kontakte.

Dmitrij Klimow, Chefredakteur der Zeitung „Rossijskije Westi“ (Russische Nachrichten): Wie sind die Perspektiven der russisch-fi nnischen Zusammenarbeit bei der Nutzbarmachung der Arktis?

Erkki Tuomioja: Zwischen Russland und Finnland besteht die bilaterale arktische Partnerschaft, die konkrete Projekte vorsieht. Wir sind Mitglied des Rates Barentssee/Arktische Region, ein der acht Mitglieder des Atlantischen Rates und arbeiten auch mit Kanada zusammen. Der Atlantische Rat ist ein überaus wichtiges Forum für die Entwicklung der Zusammenarbeit und Nutzbarmachung der Arktis, da er nicht nur konkrete Schritte vorsieht, sondern auch die Rechtsrahmen solcher Zusammenarbeit entwickelt. Wir nehmen an, dass der Arktische Rat als das wichtigste Forum agieren muss, um die zukünftige Entwicklung dieser Region zu bestimmen.

Außerhalb dieses Rates und des Rates Barentssee/Atlantische Region gibt es noch viele Mechanismen der Zusammenarbeit. Das beeinfl usst ebenfalls die Entwicklung Nordeuropas. Die Zahl der Überquerungen der Grenzen durch Vertreter der bürgerlichen Gesellschaft, wissenschaftliche und Geschäftskreise wächst. Wir wissen dass die Zahl der ökologischen Herausforderungen zunimmt. Wir wissen, dass Arktis ein sprödes Milieu ist. Deshalb muss man die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung, des Verkehrsstruktur verwenden, um diese Region zu beschützen, sowie die ökologischen Standards einzusetzen.

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